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Zur Entstehung des Ossiloop
Anstoß ohne Wirkung
Beim letzten Bezirkssporttag des Bezirkssportbundes Ostfriesland im Ostfrieslandhaus in Aurich forderte der damalige Regierungspräsident Johannes Beutz in seinem Grußwort die Sportler auf, auf dem neu geschaffenen Ostfriesland Wanderweg einen „Stafettenlauf“ zu organisieren. Dies muss 1971 oder 1972 gewesen sein, denn nach der Gebiets- und Verwaltungsreform in Niedersachsen wurde der Regierungsbezirk Aurich ( Ostfriesland ) aufgelöst; auf der Ebene des Sports löste sich auch der Bezirkssportbund auf. Der Wunsch des Regierungspräsidenten wurde zwar gehört, aber nicht umgesetzt. Im Gegenteil, es gab ratlose Gesichter und Schulterzucken bei den Vereins- und Verbandsvertretern im Ostfrieslandhaus. Ich war als Delegierterr bei dieser Veranstaltung und hörte den Wunsch des Regierungspräsidenten. Wir - einige Leichtathletikfunktionäre - haben kurz darüber diskutiert und sind zu dem Schluss „nicht machbar“ gekommen. Zu Haus angekommen, habe ich auf einer Karte den „Ostfriesland Wanderweg“ gesucht, jedoch nicht gefunden, lediglich die Streckenführung der Kleinbahn. Wenn ich mich recht erinnere, zeichnete ich den möglichen Streckenverlauf in diese Karte ein, die ich dann in die Schublade legte und vergaß sie.
Die Laufsituation in Ostfriesland in den 70er und 80er Jahren
Wie sah die Laufsituation in den 70 er und 80 er Jahren in Ostfriesland aus? Die Leichtathletikvereine richteten Laufveranstaltungen auf der Bahn oder im Gelände aus.
Die Streckenlängen in der Leichtathletik endeten bei den Frauen bei 800 m, die längeren Distanzen kamen erst mit der Volkslaufbewegung. Den Begriff und die Modalitäten eines Lauftreffs kannte man noch nicht. Straßenläufe gab es nicht und den ersten Volksläufe Ostfriesland richtete der Bezirkssportbund unter Leitung von P. Kattner und F. Stech 1968 in Aurich aus. Ein Jahr später gab es dann in Neermoor und Aurich zwei Volksläufe. Im Rahmen des Waldlaufes zum 1. Advent in Hollsand wurde eine so genannte Trimmstrecke (offen für alle und ohne Zeitnahme) angeboten. 1977 gab es beim SV Holtland den ersten Lauftreff, der am 17. April mit 70!! Teilnehmern startete. Der „Trimm Trab ins Grüne“ war ein Laufangebot des Deutschen Sportbundes, das von der AOK unterstützt wurde. Im gleichen Jahr gab es im Oktober für mehr als 60 Läuferinnen und Läufer ein „Waldjogging“ im Heseler Wald vom SV Holtland.
Als damaliger Breitensportwart im Leichtathletik Bezirk Ostfriesland ging es mir darum, die Idee des Volkslaufes und der Lauftreffs den Vereinen nahe zu bringen und sie zu ermutigen, diese Laufangebote in ihren Vereinen zu etablieren. So gab es in Hesel jährlich Lauftreffseminare mit interessanten und hochkarätigen Referenten, die in Theorie und Praxis viele Tipps und Ratschläge erteilten. Zu Beginn der 80 er Jahre war die Zahl der Volkslaufveranstaltungen in Ostfriesland auf über zehn gestiegen: Neermoor, Aurich, Norden, Twixlum, Larrelt, Holtland, Leer, Wymeer-Boen, Bunde, Stikelkamp, Jheringsfehn, Hollen, Ihrhove, Petkum, Burlage und Wolthusen. Waren es 1982 noch 16 Volkslaufveranstalter, so stieg deren Zahl 1987 auf 26, die insgesamt 47 Laufveranstaltungen durchgeführt haben. Die Veranstalter erarbeiteten eine gemeinsame Sammelausschreibung und eine besondere Auszeichnung für die Teilnahme an 10 Volksläufen wurde herausgegeben. Darüber hinaus unterstützten sich die veranstaltenden Vereine gegenseitig, indem jeder Verein zu den anderen Volksläufen 10 bis 20 Teilnehmer meldete.
Stundenläufe in Aurich, Brinkum und Ihlow ergänzten das Laufangebot; auch die Zahl der Straßenläufe, anfangs außerhalb Ostfrieslands ( Papenburg, Oldenburg und Schortens ) nahm zu. Hinzu kam, dass sich immer mehr Läufer – allein oder in Kleingruppen – auf die Straßen „trauten“, um zu trainieren oder nur zu laufen. Ein Bild, das heute alltäglich ist, damals jedoch noch etwas ganz Neues war.
Erstes Laufen auf dem Ostfriesland Wanderweg
Der Lauftreff in Leer traf sich im Julianenpark und von dort ging es auf dem Wanderweg Richtung Logabirum. Damit in Brinkum Schüler und Leichtathleten nicht nur „langweilige“ Runden auf dem Sportplatz drehen, liefen sie sich auf den Ostfriesland Wanderweg, der ganz in der Nähe der Schule vorbeiführt, ein. Die Bodenbeschaffenheit war gut und so reifte der Plan, auf dem Wanderweg einen Lauf durchzuführen und so entstand die Idee, einen „Staffellauf durch die Samtgemeinde Hesel von Bagband nach Brinkum“ durchzuführen. Die Premiere fand am 10. Dezember 1978 mit 50 Staffeln und 115 Läuferinnen und Läufern statt. Seit 1989 firmiert dieser Lauf als „Run for Help“, dessen Erlös MS – Kranken zu Gute kommt und der immer noch am 2. Advent ausgetragen wird. Dieser Lauf war indirekt der Vorgänger des Ossiloop’s. Bei allen Laufveranstaltungen liegen Start und Ziel räumlich eng zusammen. Man fährt zum Start / Ziel und nach dem Lauf von dort wieder nach Haus. Beim Staffellauf waren Start und Ziel 13 km voneinander getrennt und es bedurfte einiger Überlegungen, wie der Transport zum Start, Wechsel und Ziel zu händeln war. Von Beginn an habe ich die Frage des Transportes den Teilnehmern überlassen und nicht organisiert. So sind wir dann auch beim Ossiloop verfahren.
Die Zeit ist reif für einen „Stafettenlauf“ auf dem Ostfriesland Wanderweg
Lauftreffs und Volksläufe boomten und auf der Suche nach einer neuen Laufveranstaltung erinnerte ich mich an die Worte des ehemaligen Regierungspräsidenten J. Beutz und kramte die Karte mit der markierten Streckenführung auf dem Ostfriesland Wanderweg raus. Dem Kartenstudium folgten Fahrten mit dem PKW und später mit dem Rad. So erkundete ich den Ostfriesland Wanderweg von Leer bis an die Küste nach Bensersiel. Es war klar, dass die insgesamt 68 km nicht in einem Lauf sondern in mehreren Etappen zurückgelegt werden sollten. Die ehemaligen Bahnhöfe boten sich als Start bzw Zielorte an, da hier etwas Platz war und es Zuwegungen gab. Die Streckenabschnitte lagen jeweils 10 km auseinander und dies entsprach den Streckenlängen bei Volkslaufveranstaltungen. Die Groberkundigungen waren getan und es folgte das Laufen der einzelnen Strecken – dies immer allein, da das Vorhaben noch keiner kannte und auch nicht kennen sollte.
Rücksichtnahme auf die Volkslauftermine und die Termine der Leichtathletikveranstaltungen führten zu der Überlegung, den Lauf in der Woche durchzuführen. Die Umstellung auf die Sommerzeit bescherte uns lange Abende, an denen eine Laufveranstaltung organisiert werden konnte. Die Einteilung in 6 Etappen über einen Zeitraum, der nicht länger als drei Wochen dauern sollte, führte dazu, Dienstag und Freitag als Laufabende zu wählen. Die Startzeit wurde auf 19.00 Uhr festgesetzt und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Die Intention dieser Laufveranstaltung war primär ein Landschaftslauf. Ein Lauf auf dem Ostfriesland Wanderweg von Leer nach Bensersiel durch die typischen Landschaften Ostfrieslands – der Geest, dem Moor und der Marsch. Die Läuferinnen und Läufer sollten auf ihrem Weg zum Meer die Schönheiten der Ostfriesischen Landschaft sehen und dies in der Jahreszeit, in der sich Ostfriesland von seiner schönsten Seite zeigt. Bei der Beschreibung der einzelnen Etappen wird darauf noch näher eingegangen.
Eines Tages im Frühjahr 1982 habe ich beim Lauftreff gesagt, dass wir im Juni etwas Schönes machen werden. Auf die skeptischen Blicke und Nachfragen habe ich dann so viel verraten, dass wir durch Ostfriesland laufen wollen. Die erste Ausschreibung wurde erstellt und an die VL Vereine und Lauftreffs verteilt. Die Startgebühren betrugen damals 6,00 DM – dies war bewusst so niedrig angesetzt, da die Teilnehmer sechs Mal zu den einzelnen Etappen anreisen mussten; als Auszeichnung gab es eine Urkunde. Neben der Einzelwertung für Frauen und Männer gab es – jedoch nur 1982 – auch eine Mannschaftswertung.
Die Regeln beim Ossiloop
In Anlehnung an die Tour de France sollten die Führenden der Männer- und Frauenklasse besonders kenntlich gemacht werden- sie erhielten das „Gelbe Trikot“, das bei der Premiere zwar weiß war aber in den Folgejahren immer gelb. Die Zeiten der einzelnen Etappen wurden addiert und so der Gesamtsieger ermittelt. Von Beginn an gab es die Möglichkeit, an Einzeletappen als „Tagesläufer“ teilzunehmen. Wer aus irgendeinem Grund eine Etappe nicht mitlaufen konnte, galt als „Rausfaller“ durfte jedoch an den Folgeetappen wieder teilnehmen. Als „Rausfaller“ verlor man den Anspruch auf die Auszeichnung – das begehrte Ossiloop-shirt. Anfangs wurde den „Rausfallern“ die Möglichkeit geboten, die nicht gelaufene Etappe „nachzulaufen“, um doch noch das Ossiloop-shirt zu bekommen, eine Einarbeitung der Zeit in die Gesamtwertung erfolgte jedoch nicht. Wer die erste Etappe als Tagesläufer gelaufen war, konnte sich nur vor der zweiten Etappe ummelden, um in die Gesamtwertung zu gelangen.
Der Ostfrieslandlauf in der öffentlichen Wahrnehmung
Den Widerspruch zwischen „Landschaftslauf“ und „Gelbes Trikot“ für die Führenden ist einfach zu erklären. Ein Landschaftslauf – er könnte ohne Zeitnahme erfolgen – würde wenig Aufmerksamkeit hervorrufen. Das „Gelbe Trikot“ verlangt eine Zeitnahme und es sind Führungswechsel möglich. Das interessiert nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Öffentlichkeit durch die Medien. Anfangs hielt sich das Interesse der Medien – hier sind die Tageszeitungen in Ostfriesland gemeint – vornehm zurück. Mit der heutigen medialen Begleitung des Ossiloop’s ist das in den ersten Jahren des Ossiloop’s überhaupt nicht zu vergleichen. Dennoch hatten wir bei der Premiere im Jahr 1982 Glück, da der „Ostfrieslandlauf von Leer nach Bensersiel“ vom 01. bis 18. Juni stattfand- es war die „Fußball lose Zeit“, d.h. die Saison war beendet und es gab Platz für andere Sportarten. So berichteten die Tageszeitungen 1982 zunehmend in Wort und Bild je näher die Läuferinnen und Läufer der Küste kamen.Text
Beim letzten Bezirkssporttag des Bezirkssportbundes Ostfriesland im Ostfrieslandhaus in Aurich forderte der damalige Regierungspräsident Johannes Beutz in seinem Grußwort die Sportler auf, auf dem neu geschaffenen Ostfriesland Wanderweg einen „Stafettenlauf“ zu organisieren. Dies muss 1971 oder 1972 gewesen sein, denn nach der Gebiets- und Verwaltungsreform in Niedersachsen wurde der Regierungsbezirk Aurich ( Ostfriesland ) aufgelöst; auf der Ebene des Sports löste sich auch der Bezirkssportbund auf. Der Wunsch des Regierungspräsidenten wurde zwar gehört, aber nicht umgesetzt. Im Gegenteil, es gab ratlose Gesichter und Schulterzucken bei den Vereins- und Verbandsvertretern im Ostfrieslandhaus. Ich war als Delegierterr bei dieser Veranstaltung und hörte den Wunsch des Regierungspräsidenten. Wir - einige Leichtathletikfunktionäre - haben kurz darüber diskutiert und sind zu dem Schluss „nicht machbar“ gekommen. Zu Haus angekommen, habe ich auf einer Karte den „Ostfriesland Wanderweg“ gesucht, jedoch nicht gefunden, lediglich die Streckenführung der Kleinbahn. Wenn ich mich recht erinnere, zeichnete ich den möglichen Streckenverlauf in diese Karte ein, die ich dann in die Schublade legte und vergaß sie.
Die Laufsituation in Ostfriesland in den 70er und 80er Jahren
Wie sah die Laufsituation in den 70 er und 80 er Jahren in Ostfriesland aus? Die Leichtathletikvereine richteten Laufveranstaltungen auf der Bahn oder im Gelände aus.
Die Streckenlängen in der Leichtathletik endeten bei den Frauen bei 800 m, die längeren Distanzen kamen erst mit der Volkslaufbewegung. Den Begriff und die Modalitäten eines Lauftreffs kannte man noch nicht. Straßenläufe gab es nicht und den ersten Volksläufe Ostfriesland richtete der Bezirkssportbund unter Leitung von P. Kattner und F. Stech 1968 in Aurich aus. Ein Jahr später gab es dann in Neermoor und Aurich zwei Volksläufe. Im Rahmen des Waldlaufes zum 1. Advent in Hollsand wurde eine so genannte Trimmstrecke (offen für alle und ohne Zeitnahme) angeboten. 1977 gab es beim SV Holtland den ersten Lauftreff, der am 17. April mit 70!! Teilnehmern startete. Der „Trimm Trab ins Grüne“ war ein Laufangebot des Deutschen Sportbundes, das von der AOK unterstützt wurde. Im gleichen Jahr gab es im Oktober für mehr als 60 Läuferinnen und Läufer ein „Waldjogging“ im Heseler Wald vom SV Holtland.
Als damaliger Breitensportwart im Leichtathletik Bezirk Ostfriesland ging es mir darum, die Idee des Volkslaufes und der Lauftreffs den Vereinen nahe zu bringen und sie zu ermutigen, diese Laufangebote in ihren Vereinen zu etablieren. So gab es in Hesel jährlich Lauftreffseminare mit interessanten und hochkarätigen Referenten, die in Theorie und Praxis viele Tipps und Ratschläge erteilten. Zu Beginn der 80 er Jahre war die Zahl der Volkslaufveranstaltungen in Ostfriesland auf über zehn gestiegen: Neermoor, Aurich, Norden, Twixlum, Larrelt, Holtland, Leer, Wymeer-Boen, Bunde, Stikelkamp, Jheringsfehn, Hollen, Ihrhove, Petkum, Burlage und Wolthusen. Waren es 1982 noch 16 Volkslaufveranstalter, so stieg deren Zahl 1987 auf 26, die insgesamt 47 Laufveranstaltungen durchgeführt haben. Die Veranstalter erarbeiteten eine gemeinsame Sammelausschreibung und eine besondere Auszeichnung für die Teilnahme an 10 Volksläufen wurde herausgegeben. Darüber hinaus unterstützten sich die veranstaltenden Vereine gegenseitig, indem jeder Verein zu den anderen Volksläufen 10 bis 20 Teilnehmer meldete.
Stundenläufe in Aurich, Brinkum und Ihlow ergänzten das Laufangebot; auch die Zahl der Straßenläufe, anfangs außerhalb Ostfrieslands ( Papenburg, Oldenburg und Schortens ) nahm zu. Hinzu kam, dass sich immer mehr Läufer – allein oder in Kleingruppen – auf die Straßen „trauten“, um zu trainieren oder nur zu laufen. Ein Bild, das heute alltäglich ist, damals jedoch noch etwas ganz Neues war.
Erstes Laufen auf dem Ostfriesland Wanderweg
Der Lauftreff in Leer traf sich im Julianenpark und von dort ging es auf dem Wanderweg Richtung Logabirum. Damit in Brinkum Schüler und Leichtathleten nicht nur „langweilige“ Runden auf dem Sportplatz drehen, liefen sie sich auf den Ostfriesland Wanderweg, der ganz in der Nähe der Schule vorbeiführt, ein. Die Bodenbeschaffenheit war gut und so reifte der Plan, auf dem Wanderweg einen Lauf durchzuführen und so entstand die Idee, einen „Staffellauf durch die Samtgemeinde Hesel von Bagband nach Brinkum“ durchzuführen. Die Premiere fand am 10. Dezember 1978 mit 50 Staffeln und 115 Läuferinnen und Läufern statt. Seit 1989 firmiert dieser Lauf als „Run for Help“, dessen Erlös MS – Kranken zu Gute kommt und der immer noch am 2. Advent ausgetragen wird. Dieser Lauf war indirekt der Vorgänger des Ossiloop’s. Bei allen Laufveranstaltungen liegen Start und Ziel räumlich eng zusammen. Man fährt zum Start / Ziel und nach dem Lauf von dort wieder nach Haus. Beim Staffellauf waren Start und Ziel 13 km voneinander getrennt und es bedurfte einiger Überlegungen, wie der Transport zum Start, Wechsel und Ziel zu händeln war. Von Beginn an habe ich die Frage des Transportes den Teilnehmern überlassen und nicht organisiert. So sind wir dann auch beim Ossiloop verfahren.
Die Zeit ist reif für einen „Stafettenlauf“ auf dem Ostfriesland Wanderweg
Lauftreffs und Volksläufe boomten und auf der Suche nach einer neuen Laufveranstaltung erinnerte ich mich an die Worte des ehemaligen Regierungspräsidenten J. Beutz und kramte die Karte mit der markierten Streckenführung auf dem Ostfriesland Wanderweg raus. Dem Kartenstudium folgten Fahrten mit dem PKW und später mit dem Rad. So erkundete ich den Ostfriesland Wanderweg von Leer bis an die Küste nach Bensersiel. Es war klar, dass die insgesamt 68 km nicht in einem Lauf sondern in mehreren Etappen zurückgelegt werden sollten. Die ehemaligen Bahnhöfe boten sich als Start bzw Zielorte an, da hier etwas Platz war und es Zuwegungen gab. Die Streckenabschnitte lagen jeweils 10 km auseinander und dies entsprach den Streckenlängen bei Volkslaufveranstaltungen. Die Groberkundigungen waren getan und es folgte das Laufen der einzelnen Strecken – dies immer allein, da das Vorhaben noch keiner kannte und auch nicht kennen sollte.
Rücksichtnahme auf die Volkslauftermine und die Termine der Leichtathletikveranstaltungen führten zu der Überlegung, den Lauf in der Woche durchzuführen. Die Umstellung auf die Sommerzeit bescherte uns lange Abende, an denen eine Laufveranstaltung organisiert werden konnte. Die Einteilung in 6 Etappen über einen Zeitraum, der nicht länger als drei Wochen dauern sollte, führte dazu, Dienstag und Freitag als Laufabende zu wählen. Die Startzeit wurde auf 19.00 Uhr festgesetzt und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Die Intention dieser Laufveranstaltung war primär ein Landschaftslauf. Ein Lauf auf dem Ostfriesland Wanderweg von Leer nach Bensersiel durch die typischen Landschaften Ostfrieslands – der Geest, dem Moor und der Marsch. Die Läuferinnen und Läufer sollten auf ihrem Weg zum Meer die Schönheiten der Ostfriesischen Landschaft sehen und dies in der Jahreszeit, in der sich Ostfriesland von seiner schönsten Seite zeigt. Bei der Beschreibung der einzelnen Etappen wird darauf noch näher eingegangen.
Eines Tages im Frühjahr 1982 habe ich beim Lauftreff gesagt, dass wir im Juni etwas Schönes machen werden. Auf die skeptischen Blicke und Nachfragen habe ich dann so viel verraten, dass wir durch Ostfriesland laufen wollen. Die erste Ausschreibung wurde erstellt und an die VL Vereine und Lauftreffs verteilt. Die Startgebühren betrugen damals 6,00 DM – dies war bewusst so niedrig angesetzt, da die Teilnehmer sechs Mal zu den einzelnen Etappen anreisen mussten; als Auszeichnung gab es eine Urkunde. Neben der Einzelwertung für Frauen und Männer gab es – jedoch nur 1982 – auch eine Mannschaftswertung.
Die Regeln beim Ossiloop
In Anlehnung an die Tour de France sollten die Führenden der Männer- und Frauenklasse besonders kenntlich gemacht werden- sie erhielten das „Gelbe Trikot“, das bei der Premiere zwar weiß war aber in den Folgejahren immer gelb. Die Zeiten der einzelnen Etappen wurden addiert und so der Gesamtsieger ermittelt. Von Beginn an gab es die Möglichkeit, an Einzeletappen als „Tagesläufer“ teilzunehmen. Wer aus irgendeinem Grund eine Etappe nicht mitlaufen konnte, galt als „Rausfaller“ durfte jedoch an den Folgeetappen wieder teilnehmen. Als „Rausfaller“ verlor man den Anspruch auf die Auszeichnung – das begehrte Ossiloop-shirt. Anfangs wurde den „Rausfallern“ die Möglichkeit geboten, die nicht gelaufene Etappe „nachzulaufen“, um doch noch das Ossiloop-shirt zu bekommen, eine Einarbeitung der Zeit in die Gesamtwertung erfolgte jedoch nicht. Wer die erste Etappe als Tagesläufer gelaufen war, konnte sich nur vor der zweiten Etappe ummelden, um in die Gesamtwertung zu gelangen.
Der Ostfrieslandlauf in der öffentlichen Wahrnehmung
Den Widerspruch zwischen „Landschaftslauf“ und „Gelbes Trikot“ für die Führenden ist einfach zu erklären. Ein Landschaftslauf – er könnte ohne Zeitnahme erfolgen – würde wenig Aufmerksamkeit hervorrufen. Das „Gelbe Trikot“ verlangt eine Zeitnahme und es sind Führungswechsel möglich. Das interessiert nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Öffentlichkeit durch die Medien. Anfangs hielt sich das Interesse der Medien – hier sind die Tageszeitungen in Ostfriesland gemeint – vornehm zurück. Mit der heutigen medialen Begleitung des Ossiloop’s ist das in den ersten Jahren des Ossiloop’s überhaupt nicht zu vergleichen. Dennoch hatten wir bei der Premiere im Jahr 1982 Glück, da der „Ostfrieslandlauf von Leer nach Bensersiel“ vom 01. bis 18. Juni stattfand- es war die „Fußball lose Zeit“, d.h. die Saison war beendet und es gab Platz für andere Sportarten. So berichteten die Tageszeitungen 1982 zunehmend in Wort und Bild je näher die Läuferinnen und Läufer der Küste kamen.Text