Ossiloop Splitter der ersten 25 Jahre

Nach der Hochzeit zum Ossiloop
Einen „Hochzeitslauf“ zelebrierten Christiane und Ralf Schmidt während der vierten Etappe im Jahr 2000. Sie heirateten am Freitagvormittag und gingen abends in Holtrop an den Start zur 4. Etappe; für beide ein unvergessliches Erlebnis und ein würdiger Rahmen, die „Königsetappe“ wurde zu ihrem Hochzeitslauf.

Jutta Hecht – die große Dame des Ossiloop nimmt Abschied
Mit der vierten Etappe 2000 – es war ihre 100ste – nahm Jutta Hecht aus Leer Abschied vom Ossiloop. Seit ihrer ersten Teilnahme 1983 hat sie jahrelang die Abschlussveranstaltungen mit ihren Beiträgen aufgelockert. In Reimen ließ sie die vorangegangenen sechs Etappen Revue passieren. Sie schrieb auch das Lied vom Ossiloop, das nach der Melodie „An der Nordseeküste..“ gesungen wird.

Lenkerbruch beim Führfahrrad
Auf der dritten Etappe des 2. Ossiloop brach kurz vor der Brücke in Spetzerfehn der Lenker des „Vorfahrers“ Harm Heiermann, der mit viel Glück einen Sturz verhindern konnte. Mit einem Ersatzrad fuhr er weiter und führte die Spitzenläufer sicher ins Etappenziel von Holtrop.

Polizei bringt Zeitnehmer nach Bensersiel
Die Zeitnehmer standen mit mir im Stau zwischen Esens und Bensersiel. Auf dem Deich sahen wir die Läufer gen Bensersiel eilen nur wir kamen keinen Meter weiter. Es war ein Freitag vor Pfingsten und die zahlreichen Kurzurlauber verursachten den Stau. In einem Polizeiauto wurden die Zeitnehmer mit Blaulicht ins Ziel gebracht, wo 3 Minuten später die ersten Läufer eintrafen.

Mit Blaulicht nach Bensersiel
Um bei der 25. Auflage des Ossiloop 2006 vor den ersten Läufern im Ziel zu sein, bin ich nach dem Starschuss in ein Polizeiauto gestiegen und auf Schleichwegen ging es mit Blaulicht nach Bensersiel. Ich hatte es gerade noch so geschafft, die Zeitnehmer waren schon im Ziel, denn den Startschuss hörten seit einigen Jahren die Zeitnehmer per Handy.

Nach der Hitzeetappe 1995 das „Aus“ des Ossiloop?
Den 07. Juni 1995 werde ich so schnell nicht vergessen. Auf der Schlussetappe war es sehr warm und der Wind kam an diesem Abend nicht von vorn, um etwas Abkühlung zu bringen. Es kam zu mehreren „Zusammenbrüchen“ – besonders bei den Spitzenläufern, die es versäumt hatten, an den Wasserstellen zu trinken. Die Folge war Dehydrierung und fünf Läufer mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Noch heute höre ich die Martinshörner und sehe das Blaulicht der Rettungswagen. Die anschließenden Diskussionen führten zu Überlegungen, den Ossiloop nicht mehr zu veranstalten. Ein Jahr später gab es eine Trotzreaktion, die sich in einem deutlichen Anstieg der Teilnehmerzahlen zeigte.

Rinder, Pferde und Ziegen – Begleiter beim Ossiloop
Es kam öfter vor, dass die Ossilooper von Rindern, Pferden oder auch Ziegen auf den Weiden begleitet wurden. Im Zieleinlauf der ersten Etappe mischten sich vier Ziegen in das Läuferfeld und es war nicht so einfach, diese einzufangen. So manche Schimpfkanonade mussten sich Ossilooper von Landwirten anhören, deren Kühe nicht zum Melkstand kamen, sondern die Läufer begleitet haben.
„Aus Bordellschreck wurde Kultlauf“ titelte die OZ 1998
Die Kleinbahntrasse und damit der Streckenverlauf der dritten Etappe führt in Aurich-Oldendorf direkt an einem Bordell vorbei. Der Führende des Ostfrieslandlaufes 1982 nahm nicht die Umleitung, sondern blieb auf der Trasse. Dadurch schreckte er die eher wenig bekleideten Damen auf, die ein Sonnenbad genommen haben.

Der „Klau“ ging um
Beim zwanzig jährigen Jubiläum 2001 gab es letztmalig eine Abschlussveranstaltung mit Vorträgen, Ehrung der Besten sowie der Ausgabe der Urkunden und begehrten Ossiloop-shirts. Als ich zum Saal in Middels ging, kamen mir schon die ersten Läuferinnen und Läufer entgegen, die stolz in ihren Händen die Jutetasche mit dem Shirt hielten. Sie sind einfach auf die Bühne gegangen und haben sich bedient - alles vor der offiziellen Abschlussveranstaltung!?!

„Komm rüber zur Milch“
Dieser Werbespruch stand auf der Vorderseite der T- shirts, die es 1984 gab- gesponsert von der Molkerei in Holtland. Bei den Frauen fand dieser Slogan weniger Anklang, bei den Männern rief er ein Schmunzeln hervor. Im Übrigen wurden die shirts schon vor dem Start verteilt, da der Sponsor dies beim Lauf getragen sehen wollte. Ein paar Läufer ließen sich das shirt aushändigen, liefen die 1. Etappe und wurden nicht mehr gesehen.

Die „gefühlte Verantwortung“ beim Ossiloop
Vor zehn Jahren waren sowohl die gefühlten Temperaturen als auch die Ozonwerte das alles beherrschende Thema in den Wetterberichten. Dies hatte auch Auswirkungen auf den Ossiloop. So wurden vor jedem Start die Temperaturen und Ozonwerte eingeholt und dem Läuferfeld mitgeteilt. Ein Jahr später sprach keiner mehr davon.

Programmbeiträge in den Etappenzielen
Seit 1984 organisierten die Kommunen in ihren Etappenzielorten Programmbeiträge. So spielten die Waldmusikanten in Holtland, der Posaunenchor war in Dunum zu hören und dort gab es von den Landfrauen leckeren Ostfriesen Tee. Feuerwehrkapellen spielten in Holtrop und Plaggenburg und der Jugendspielmannszug der Schützencompagnie Esens spielte beim Zieleinlauf in Bensersiel.

„Fremdläufer“ – Kavaliersdelikt oder Betrug?
Bei einem Volks- oder Landschaftslauf kommt es primär auf die Teilnahme und nicht auf Gewinn und/oder Platzierung an. Eine Veranstaltung über drei Wochen verlangt nicht nur von den Organisatoren einen unermesslichen Einsatz und Zeitaufwand, sondern auch die Teilnehmer müssen sich so organisieren, dass sie alle sechs Etappen laufen können. Wer dies aus terminlichen oder anderen Gründen nicht kann, hat die Möglichkeit - und zwar seit 1982- als Tagesläufer einzelne Etappen zu laufen. Im Lauf der Jahre entdeckten wir so genannte „Fremdläufer“, darunter ist zu verstehen, dass im Fall einer Verhinderung, ein „lieber Bekannter“ einspringt und mit der Startnummer des verhinderten Läufers die Etappe läuft. So fällt man nicht aus der Gesamtwertung und wenn man Glück hat, dann kann man sogar seine Platzierung verbessern. Da nur derjenige einen Anspruch auf das ausgelobte Ossiloop-shirt hat, der alle sechs Etappen gelaufen ist, ist die Versuchung, zu betrügen groß. Wer nicht laufen kann, scheidet aus, alles andere ist nicht nur unfair, sondern da es vorsätzlich ist, ist es nicht nur ein Kavaliersdelikt.